Spirit of Biel

Schon am 2. Rennen in Australien im Jahre 1990 wurden die Bieler Weltmeister. Das gab in der Schweiz und weltweit grosses Aufsehen, konnte sich die Schule doch gegen Teams behaupten, hinter denen grosse Autofirmen standen. Insbesondere das japanische Team von Honda ärgerte sich gewaltig über die Niederlage gegen eine technische Schule.

Das Fahrzeug trug den Namen "Spirit of Biel/Bienne II" und die Startnummer 100 wurde gewählt, weil die Ingenieurschule in diesem Jahr das hundertjährige Jubiläum feiern konnte

Auch in den folgenden Jahren konnte sich die Ingenieurschule immer wieder in den vordersten Rängen klassieren.

Im Jahre 1993 kam es zum Revanche-Kampf gegen Honda, das gewaltige Mittel einsetzte, um die Schweizer endlich zu schlagen. Wegen kleinerer technischer Probleme mit der Verkleidung der Räder und mehr Wolken am Himmel konnte die "Spirit" ihr Potential nicht ganz ausschöpfen; ausserdem waren die japanischen Solarzellen leistungsfähiger und so wurden die Bieler nur Zweite. Allerdings sind bis heute nicht alle Zweifel ausgeräumt, weil Honda im Unterboden des Lastwagens, in dem das Solarmobil über Nacht lagerte, ein Batteriepack mit Hochstrom-Schnelladeregler eingebaut hatte.

Mit dem "Spirit of Biel/Bienne IlI" wurden im Jahre 1996 10 neue Geschwindigkeits- und Distanzweltrekorde aufgestellt, darunter eine Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h. Damit wurde der damalige Rekordhalter General Motors weit in den Schatten gestellt. Die vielen Rekorde sind im Guiness Buch der Rekorde 96 eingetragen.

Schliesslich übernahm eine ad-hoc Studentengruppe aus Bieler Berufs- und Technikerschulen das "Occasionsfahrzeug", tauften es um auf "sCHooler" und beteiligten sich 1996 am Rennen in Australien. Obwohl das Fahrzeug nur leicht modifiziert wurde, gelang eine Verbesserung der Zeit des "Spirit of Biel III" von 1993. Weil Honda mit einem neuen "Dream" einen Zweisitzer an den Start brachte, durfte auf dem Solarmobil eine deutlich grössere Solarfläche montiert werden, die wesentlich mehr Energie liefern konnte. Das Bieler Team erreichte mit dem 2. Platz eine völlig unerwartete Spitzenplatzierung, die den damaligen Konstrukteuren des "Spirit of Biel/Bienne III" nachträglich eine Ehrenmeldung für das insgesamt vielleicht beste Fahrzeug bis 1996 einbrachte.

Insgesamt ein unglaublicher Erfolg einer kleinen Ingenieurschule in der Schweiz, der nur mit dem Enthusiasmus der Verantwortlichen René Jeanneret und Paul Balmer und der Mithilfe eines begeisterungsfähigenn Direktors Fredy Sidler und einem hervorragenden Team von Ingenieuren und Mitarbeitern auf allen Stufen erklärt werden kann. Es zeigt sich auch für die junge Studenten-Generation, die tatkräftig mithelfen konnte, dass Begeisterung und Hartnäckigkeit selbst gegen grosse Autofirmen und Universitäten Erfolg bringen kann.