Sammlung Solex

Das Vélosolex ist ein Mofa, das vom französischen Vergaserhersteller Solex von Marcel Mennesson, einem der beiden Gründer, entwickelt und von 1946 bis 1988 produziert wurde. Noch heute wird es weltweit in verschiedenen Ländern in Lizenz hergestellt.

Das Fahrzeug hat eine grosse Fangemeinde und wurde in Frankreich rund sechs und weltweit über acht Millionen Mal produziert. Als Grund für diesen Erfolg gilt seine Einfachheit, der geringe Kraftstoffverbrauch von etwa 1,4 Liter Normalbenzin-Zweitaktöl-Mischung auf 100 km, das geringe Gewicht von 28 kg und der Anschaffungspreis: Die letzten Serienexemplare in Deutschland kosteten 798 DM, als Mofas deutscher Hersteller schon über 1500 DM kosteten. 1974 kam die zuvor eigenständige Marke Vélosolex an Motobécane. Nachdem Motobécane 1983 von Yamaha übernommen worden war und die Verkaufszahlen zurückgingen, wurde die Produktion in Frankreich am 9. November 1988 eingestellt. In Ungarn begann ab 1992 die Produktion von Neufahrzeugen auf den alten Fertigungsanlagen, die im Jahre 2002 endete.

Anfang 2005 nahm mit finanzieller Unterstützung des französischen Staates und der Europäischen Union das Unternehmen Mopex in Frankreich die Produktion wieder auf: Unter dem Namen Black’n Roll wird der Typ S 4800 D aus chinesischen Teilen mit Katalysator und weiteren Modifizierungen montiert und auch nach Deutschland geliefert. Qualitativ sind diese Fahrzeuge nicht mit den einstigen Originalen vergleichbar.

Die Namensrechte für Vélosolex liegen bei der Pariser Cible-Gruppe, die ihrerseits 2005 eine Neuinterpretation auf den Markt brachte: das elektrisch angetriebene eSolex.

Im Laufe der vielen Produktionsjahre wurden auch Ableger entwickelt und gebaut, beispielsweise das faltbare PliSolex oder ein Modell mit Winkelgetriebe, das häufig unrichtig als Kardanantrieb bezeichnet wird (Modell Flash & 6000), bei dem der Solex-Motor nicht mehr über dem Vorderrad montiert war. Das Ur-Prinzip mit klappbarem Motor über dem Vorderrad hat alle Nachfolger bis heute überdauert.

Das Vélosolex wurde auch in Lizenz gefertigt, so beispielsweise in Genf durch Hispano Suiza (Suisse) nach dem Zweiten Weltkrieg bis Mitte der 1950er-Jahre. Die auch als VHS bezeichnete Version unterscheidet sich durch eine mit HS gekennzeichnete Motornummer sowie durch eine Beschriftung am mittleren Rahmen.